BRAND TREUHAND Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft mbH – Die Kanzlei für Mittelständische Unternehmen
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ÖGSW News

Ausgabe:

1. Alles für die Kinder!

1.1    Kinderbetreuungsgeld

Das Kinderbetreuungsgeld (KBG) wird zwar nicht höher, aber flexibler. In der Normalvariante beträgt das KBG täglich € 14,53 bis zum 36. Lebensmonat des Kindes, wenn davon mindestens 6 Monate der andere Elternteil das Kind betreut. Neu ist, dass die Eltern für ab 1.1.2008 geborene Kinder neben der längeren Normalvariante auch zwischen zwei kürzeren Varianten wählen können (wobei sie aber auch für vor dem 1.1.2008 geborene Kinder bis 30.6.2008 einen Umstieg auf eine der beiden Kurzvarianten beantragen können):

Variante Monate davon anderer Elternteil KBG / Tag KBG / Monat
(im Durchschnitt)
KBG / insgesamt
(im Durchschnitt)
lang 36
6 € 14,53 € 435,90 € 15.692,40
mittel
24
4
€ 20,80 € 624,00 € 14.976,00
kurz 18
3 € 26,60 € 798,00 € 14.364,00

Voraussetzung für den Bezug des KBG bei allen drei Varianten ist aber, dass die Einkünfte des anspruchsberechtigten Elternteils (das ist im Zweifel derjenige Elternteil, der das Kind überwiegend betreut) die Zuverdienstgrenze nicht übersteigen. Diese wird ab 2008 auf € 16.200 (bisher € 14.600) erhöht (entspricht im Wesentlichen den steuerpflichtigen Einkünften). Für die Jahre bis 2007 bewirkt jede Überschreitung der Zuverdienstgrenze, dass der gesamte Jahresbetrag des Kinderbetreuungsgeldes zurückgefordert werden muss. Ab 1.1.2008 muss das Kinderbetreuungsgeld nur mehr bis zu dem Betrag zurückgezahlt werden, um den die Zuverdienstgrenze überschritten wurde (Einschleifregelung). Wenn z.B. das maßgebliche Einkommen im Jahr 2008 um € 500 über der Zuverdienstgrenze liegt, wird nur noch dieser Betrag zurückgefordert. Die Einkünftegrenze ist nur von jenem Elternteil zu beachten, der das KBG bezieht.

Das Einkommen des Partners spielt nur dann eine Rolle, wenn auch der Zuschuss zum KBG beansprucht wird, der als zusätzliche Unterstützung für einkommensschwache alleinstehende Elternteile oder Familien vorgesehen ist. Auch in diesem Fall beträgt die Zuverdienstgrenze für den anspruchsberechtigten Elternteil ab 2008 € 16.200 (bisherige Grenze nur € 5.200). Verheiratete bzw. in Partnerschaft lebende Eltern müssen weiters beachten, dass das Einkommen des berufstätigen Partners unter der Freigrenze von € 12.200 (bis 31.12.2007: € 7.200) liegt; diese Grenze erhöht sich für jeden unterhaltsberechtigten Angehörigen um € 4.000 (bis 31.12.2007: € 3.600). Übersteigt das Einkommen des (Ehe)Partners diese Freigrenze, so verringert sich der Zuschuss um den übersteigenden Betrag (Einschleifregelung).

1.2    Familienbeihilfe

Ab 1.1.2008 wurde der monatliche Gesamtbetrag an Familienbeihilfe (FB) ab drei Kinder wie folgt erhöht:

  • Unverändert wie bisher erhöht sich der monatliche Gesamtbetrag an FB für zwei Kinder um € 12,80.
  • Für drei Kinder erhöht sich der Gesamtbetrag an FB um € 47,80 (das sind zusätzlich € 35 statt bisher € 25,50).
  • Für vier Kinder erhöht sich der Gesamtbetrag an FB um € 97,80 (das sind zusätzlich € 50 statt bisher € 25,50).
  • Für jedes weitere Kind erhöht sich der Gesamtbetrag an FB um je € 50 (statt bisher € 25,50).

Weiters wurden ab 2008 im Familienlastenausgleichsfondsgesetz folgende Einkommensgrenzen erhöht:

  • Die Einkommensgrenze für den so genannten „Mehrkindzuschlag“ (eine zusätzliche Unterstützung für einkommensschwache kinderreiche Familien in Höhe von € 36,40 pro Monat für jedes ständig im Bundesgebiet lebende dritte und weitere Kind) wird vom 12-fachen der ASVG-Höchstbeitragsgrundlage auf einen fixen Betrag von € 55.000 angehoben. Der Mehrkindzuschlag wird übrigens nicht automatisch mit der Familienbeihilfe ausbezahlt, sondern muss im Folgejahr mit der (Arbeitnehmer-)Veranlagung oder mit einem gesonderten Antrag beim Finanzamt geltend gemacht werden. Für 2008 steht der Mehrkindzuschlag daher zu, wenn das steuerpflichtige Einkommen der Eltern im Jahr 2007 insgesamt den Betrag von € 55.000 nicht überschritten hat.
  • Für studierende Kinder beträgt die FB-schädliche jährliche Zuverdienstgrenze (= zu versteuerndes Einkommen) ab 2008 € 9.000 (bisher € 8.725). Dies entspricht einem Jahresbruttobezug 2008 von rd € 11.200. Verdient das Kind mehr, gehen FB und Kinderabsetzbetrag (KAB) verloren.

1.3    Gebührenbefreiungen für Geburten

Last but not least sind ab 1.1.2008 Dokumente, die unmittelbar durch die Geburt eines Kindes veranlasst sind und innerhalb von zwei Jahren ausgestellt werden (z.B. Geburtsurkunde, Pass, Staatsbürgerschaftsnachweis), von Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben befreit.

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